„Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ aus elementarpädagogischer Perspektive

(Eisenstadt, am 15. November 2019) Unter diesem Titel lud Familien- und Bildungslandesrätin Daniela Winkler Kindergarten- und Hortpädagoginnen und –pädagogen und Helferinnen zu einem Symposium in das Kulturzentrum Eisenstadt.

Daniela Winkler begrüßte neben Experten rund 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus allen Teilen des Burgenlandes und hob die Bedeutung von „Vereinbarkeit von Familie und Beruf” hervor. Weiters unterstrich die Landesrätin die Wichtigkeit der Arbeit im elementarpädagogischen Bereich.

„Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist mir persönlich als Landesrätin, aber ganz besonders als Mutter, ein wichtiges Anliegen. Vereinbarkeit bedeutet in diesem Zusammenhang Organisation und Management, gepaart mit hoher Disziplin. Und wenn Kinder gut aufgehoben, liebevoll betreut und pädagogisch professionell begleitet werden, ist das ein wesentlicher Faktor für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Mit geht es darum, dass es dabei nicht um eine leere Floskel handelt, sondern diese Vereinbarkeit tatsächlich gelebt werden kann“, sagt Landesrätin Winkler

Referentin und Hauptrednerin Dr.in Eva Pölzl-Stefanec vom Institut für Pädagogische Professionalisierung der UNI Graz beleuchtete zu Beginn in einem historischen Abriss die Entwicklung der Kinderbetreuung und des Kindergartens. War die Kinderbetreuung im vorigen Jahrhundert ursprünglich auf den Aufenthalt in einer sogenannten Bewahrungsanstalt beschränkt, wurde der Kindergarten nach und nach zu einer Bildungseinrichtung mit zunehmender Qualität und Diversität.

Die Betreuungsquote der Kinder vor dem Schuleintritt erfuhr erst Ende des 20. Jahrhunderts eine rasante Steigerung, die mittlerweile bei rund 97 Prozent liegt. Im Jahre 1890 betrug diese lediglich 6 Prozent.

Pölzl-Stefanec referierte über die außerhäusliche Bildung und Betreuung von Kindern in den ersten sechs Lebensjahren. Aufgrund von Forschungsergebnissen wurde thematisiert, wie weit den Kindern in den ersten Lebensjahren der Besuch einer Kinderkrippe oder eines Kindergartens zugemutet werden kann und wie die Gestaltung solcher Institutionen durch pädagogische Akteure am besten erfolgen soll. Abschließend hielt die Expertin fest: Je früher ein Staat in Kinderbildung und –betreuung investiert, umso positiver sind die Auswirkungen und umso höher ist langfristig die volkswirtschaftliche Ersparnis für einen Staat.

Winkler unterstrich die Bedeutung des Kindergartens als erste Bildungseinrichtung und bezeichnete die Pädagoginnen und Pädagogen als einen wesentlichen Baustein der Bildung. „Ich möchte mich bei allen Pädagoginnen und Pädagogen für ihren täglichen Einsatz bedanken. Sie leisten einen wichtigen Beitrag für die Entwicklung unserer Kinder und somit auch für die Gesellschaft. Als Mutter einer vierjährigen Tochter erfahre ich jeden Tag persönlich, wie wertvoll die Arbeit der Pädagoginnen und Pädagogen ist.“

Die Inhalte des Symposiums wurden von Kommunikationsexpertin Karin Hofmann in Form von „Graphic Recording“ dargestellt. Dabei wurden begleitend zum Vortrag die Schlüsselbegriffe auf eine Leinwand gezeichnet, um das komplexe Thema zu visualisieren.

Im Rahmen der Veranstaltung begrüßte die Bildungs- und Familienlandesrätin Kindergartenpädagoginnen als Berufsneueinsteiger und wünschte ihnen für ihre Tätigkeit alles Gute. Zugleich dankte Daniela Winkler den Pädagoginnen, die in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet wurden.