Burgenländischer Frauenbericht 2024 veröffentlicht
Neuer Bericht zeigt Fortschritte bei Gleichstellung, Gewaltschutz und Vereinbarkeit
Mit der Veröffentlichung des 6. Burgenländischen Frauenberichts setzt das Land Burgenland ein starkes Zeichen für Chancengleichheit, soziale Gerechtigkeit und eine zukunftsorientierte Frauenpolitik. Der Bericht bietet eine fundierte, datenbasierte Analyse der Lebensrealitäten von Frauen im Burgenland und dient als Grundlage für künftige politische Entscheidungen und Maßnahmen.
Landeshauptmann Hans Peter Doskozil betont: „Wir sehen es als unsere Aufgabe, die bestmöglichen Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Frauen und Mädchen ein selbstbestimmtes Leben führen können. Die Gleichstellung und Stärkung von Frauen ist ein wichtiges Kapitel in unserem Regierungsprogramm. Wir setzen uns für eine gleichberechtigte Bezahlung ein – etwa mit dem burgenländischen Mindestlohn oder Förderprogrammen für Gründerinnen – und wir unterstützen dort, wo die Lebensrealitäten der Frauen es erfordern – etwa mit der Alleinerziehenden-Förderung. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Gewaltschutz, insbesondere in Form von Schulungs- und Beratungsangeboten.“
Auch ich sehe Frauenpolitik als Querschnittsthema, das alle gesellschaftlichen Bereiche betrifft – von der wirtschaftlichen Unabhängigkeit über politische Teilhabe bis zur sozialen Sicherheit. Der aktuelle Bericht zeigt nicht nur, wo wir heute stehen, sondern auch, wo wir noch gezielt weiter ansetzen müssen.

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Bildung bleibt Schlüssel zur Selbstbestimmung
Ein zentrales Element in der Stärkung der weiblichen Erwerbspotenziale bleibt die Qualifikation. Seit 2018 ist der Anteil der burgenländischen Frauen mit Hochschulabschluss deutlich gestiegen – von 27,9 % auf 30,6 %. Damit liegen sie erstmals vor den Männern (29,8 %).
Einkommensgerechtigkeit und Teilhabe am Arbeitsmarkt
Mit dem burgenländischen Mindestlohn für Beschäftigte im Landesdienst und in landesnahen Unternehmen wurde ein wichtiger Schritt zur fairen Bezahlung gesetzt. Vor allem Frauen profitieren unmittelbar von dieser Maßnahme, da sie zur Verbesserung der finanziellen Absicherung beiträgt.
Gewaltprävention und Schutzmaßnahmen weiter gestärkt
Ein bedeutender Fortschritt ist die stetige Verbesserung der Gewaltschutzmaßnahmen – insbesondere durch den Ausbau von Frauenschutzunterkünften und das verstärkte Angebot an Schulungen und Beratungen für betroffene Frauen. Damit wird der Weg in ein sicheres und selbstbestimmtes Leben unterstützt.
Politische Mitbestimmung: Mehr Frauen in Führungspositionen
Auch in der politischen Repräsentanz setzt das Burgenland positive Akzente: Seit der letzten Gemeinderatswahl leiten 17 Frauen eine Gemeinde als Bürgermeisterin – ein Rekordwert. Das ist ein klares Zeichen für mehr Sichtbarkeit und Mitbestimmung von Frauen in politischen Entscheidungsprozessen.
Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Burgenland über dem Österreich-Schnitt
Familienpolitische Maßnahmen wie der beitragsfreie Ganzjahreskindergarten, der kontinuierliche Ausbau der Kinderbetreuung und die Ferienbetreuung entlasten Familien im Alltag. Die Betreuungsquote bei 0–2-Jährigen liegt im Burgenland bei 38,9 %, jene der 3–5-Jährigen bei 96,6 %. Auch in der Volksschule besuchen über 50 % der Kinder eine Nachmittagsbetreuung – ein deutlich höherer Wert als im österreichischen Durchschnitt. Das wirkt sich insbesondere auf die Erwerbsbeteiligung von Frauen aus.
Unterstützung für Alleinerziehende und Frauen in schwierigen Lebenslagen
Zahlreiche zielgerichtete Förderungen, Beratungsangebote und Wohnunterstützungen sorgen dafür, dass gerade auch besonders vulnerable Gruppen bestmöglich unterstützt werden. Das Burgenland setzt hier bewusst auf sozial gerechte Maßnahmen mit spürbarem Effekt.
Strategische Weiterentwicklung bis 2030
Der Bericht wurde vom Department Soziales der Hochschule Burgenland erstellt. Neben bewährten Schwerpunkten wie Einkommen, Erwerbsarbeit, Bildung oder Kinderbetreuung wurden heuer auch Themen wie Gesundheit, Teuerung und die mediale Darstellung von Frauen aufgenommen. Die Erkenntnisse fließen direkt in die Weiterentwicklung der Frauenstrategie „GLEICH*in die Zukunft“ ein – mit konkreten Maßnahmen bis zum Jahr 2030.
Gelebte Gleichberechtigung ist für mich die Grundlage für die Verbesserung der Lebensrealität von Frauen. Der Frauenbericht 2024 zeigt klar, dass wir im Burgenland wichtige Schritte gemacht haben – und ebenso klar ist: Wir arbeiten konsequent weiter daran.
📎 Der vollständige Frauenbericht 2024 ist online hier abrufbar.


