Frauenreferentinnenkonferenz in Graz im Zeichen von Gewaltschutz, Selbstbestimmung und Lohngerechtigkeit

Einstimmige Beschlüsse zu den Anträgen aus dem Burgenland für mehr Gleichstellung und gegen Gewalt

Von 18. bis 19. September 2025 tagte die jährliche Landesfrauenkonferenz in Graz. Im Zentrum der Konferenz stand ein breites Themenspektrum, das sich von Gewaltschutz und Gleichstellung über Selbstbestimmung und Lohngerechtigkeit bis hin zu Altersversorgung und Vereinbarkeit von Familie und Beruf spannte. Aus dem Burgenland wurden drei Anträge eingebracht, die sich mit zentralen gesellschaftspolitischen Anliegen zur Stärkung von Frauenrechten und der ökonomischen Unabhängigkeit von Frauen befassten – alle drei wurden einstimmig angenommen.

Die Anträge thematisierten unter anderem die Bekämpfung von sexualisierter Gewalt, die Förderung gewaltfreier Männlichkeitsbilder sowie faire Rahmenbedingungen für Frauen in Arbeitswelt und Familie. Dabei wurde betont, dass es zur Gleichstellung mehr braucht als Lippenbekenntnisse – notwendig seien konkrete politische Maßnahmen, gezielte Präventionsarbeit und strukturelle Verbesserungen.

Ein zentrales Anliegen der Konferenz war der Schutz vor sexualisierter Gewalt. Der dazu einstimmig beschlossene Antrag sieht folgende Maßnahmen vor:

  • Bundesweite Aufklärungskampagnen für Jugendliche mit Fokus auf Konsens, Gleichberechtigung und den Folgen sexualisierter Gewalt
  • Präventionsprogramme in Schulen und Jugendeinrichtungen zu Geschlechtergerechtigkeit, gesunden Beziehungen und Männlichkeitsbildern
  • Spezialisierte Schulungen für Lehrkräfte sowie Sozial- und Jugendarbeiter:innen
  • Eine verstärkte Unterstützung für Opferschutzeinrichtungen
  • Den Ausbau von Forschung zu Ursachen, Auswirkungen und wirksamen Interventionsformen

Darüber hinaus wird empfohlen, einen interministeriellen Arbeitskreis einzurichten, der die Umsetzung dieser Maßnahmen koordiniert und begleitet.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Frage der Einkommensgerechtigkeit. Tirol, Kärnten und das Burgenland forderten in gemeinsamen Anträgen mehr Lohntransparenz und die Einrichtung einer nationalen Monitoringstelle zur Umsetzung der EU-Richtlinie 2023/970. Ziel ist es, Ursachen der Einkommensschere systematisch zu analysieren, wirksame Maßnahmen zu entwickeln und die Entgeltgleichheit zwischen Frauen und Männern langfristig sicherzustellen.

Ebenfalls eingebracht wurde ein umfassender Antrag zur Förderung der ökonomischen Unabhängigkeit von Frauen und zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Dieser sieht unter anderem folgende Punkte vor:

  • Eine landesweite Informationskampagne zur gerechten Verteilung unbezahlter Care-Arbeit
  • Die fristgerechte Umsetzung der EU-Lohntransparenzrichtlinie durch Anpassungen im Gleichbehandlungsgesetz
  • Eine faire Bezahlung in frauendominierten Berufen
  • Den flächendeckenden Ausbau hochwertiger Kinderbetreuung ab dem ersten Lebensjahr

Mit den einstimmigen Beschlüssen der Konferenz wurde ein starkes politisches Signal gesetzt: Für Gewaltfreiheit, Gleichberechtigung und faire Chancen für Frauen in allen Lebensbereichen. Dabei wurde deutlich, dass Gleichstellung kein abstrakter Begriff, sondern eine tägliche Herausforderung ist, die konkrete Antworten verlangt.

Unsere Themen unterstreichen die politische Dringlichkeit zentraler gesellschaftlicher Anliegen zur Gleichstellung und zum Schutz von Frauen. Dazu braucht es ein respektvolles Miteinander, eine gesunde Vorstellung von Männlichkeit und die Verhinderung von sexualisierter Gewalt. In gleicher Weise ist dringend notwendig, die wirtschaftliche Unabhängigkeit von Frauen zu stärken und für Lohngleichheit zu sorgen. Für Familien und Alleinerziehende ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nach wie vor ein zentrales und essenzielles Anliegen, das wir im Burgenland mit dem Gratiskindergarten erfüllen.

Zum Abschluss wurde die Bundesregierung eindringlich aufgefordert, die gefassten Beschlüsse rasch in konkrete politische Maßnahmen umzusetzen – als Beitrag zu einer gerechteren, sichereren und zukunftsorientierten Gesellschaft.