Gemeinsam gegen Gewalt: Warum wir im Burgenland alle an einem Strang ziehen müssen
Gewalt darf in unserer Gesellschaft keinen Platz haben. Doch die Realität zeigt leider oft ein anderes Bild: Besonders Gewalt in Partnerschaften und häusliche Gewalt ziehen sich durch alle gesellschaftlichen Schichten. Mir ist es eine Herzensangelegenheit, dass wir hier im Burgenland nicht wegsehen, sondern aktiv handeln.
Am vergangenen Donnerstag durfte ich eine ganz besondere Tagung im Magistrat Eisenstadt eröffnen. Im Rahmen des Projekts „StoP – Stadtteile ohne Partnergewalt“ haben wir uns intensiv mit Strategien zur Gewaltprävention und zum Gewaltschutz auseinandergesetzt.

Prävention direkt vor der Haustür
Umfassender Gewaltschutz kann nur dann gelingen, wenn wir alle an einem Strang ziehen. Deshalb ist es mir ein besonderes Anliegen, die Gewaltprävention direkt zu den Menschen zu bringen – dorthin, wo das Leben stattfindet: in unsere Nachbarschaften und Gemeinden.
Gerade im Rahmen der weltweiten Kampagne „16 Tage gegen Gewalt“ wollen wir im Burgenland verstärkt aufmerksam machen. Das Projekt „StoP“ ist hier ein entscheidender Baustein. Es bietet die Möglichkeit, sich über moderne Strategien zu informieren, sich zu vernetzen und über die Landesgrenzen hinaus Inspiration zu finden – etwa durch innovative Ansätze aus Spanien oder neue Konzepte der feministischen Männerarbeit.
Ein starkes Netzwerk für das Burgenland
Ich bin stolz darauf, dass wir das Projekt „StoP“ mittlerweile an zahlreichen Standorten in den Bezirken Oberwart, Güssing, Jennersdorf, Eisenstadt und Mattersburg etabliert haben. Im Nordburgenland leistet dabei der Verein „Die Tür“ als Trägerorganisation hervorragende Arbeit.
Elisabeth Roller, Projektkoordinatorin von StoP, hat die Bedeutung des Projekts treffend zusammengefasst:
„Gewaltbetroffene Frauen brauchen ein unterstützendes Umfeld und eine sensibilisierte, aufgeklärte Nachbarschaft. Im Rahmen des Projektes ,StoP – Stadtteile ohne Partnergewalt‘ bieten wir unter dem Motto ,Was sagen. Was tun‘ Aktivitäten und Informationsveranstaltungen an, bei denen wir darüber aufklären, wie man häusliche Gewalt frühzeitig erkennt und welche Möglichkeiten es gibt, aktiv zu werden.“
Zivilcourage: Was wir alle tun können
Es geht darum, Mut zu machen. Wir möchten die Burgenländerinnen und Burgenländer ermutigen, Zivilcourage zu zeigen. Wenn Sie in Ihrem Umfeld häusliche Gewalt beobachten, ist es wichtig, Unterstützung anzubieten und das Schweigen zu brechen.
Dieses Engagement ist fest in unserem „Burgenländischen Aktionsplan gegen Gewalt“ verankert, den wir bereits 2022 ins Leben gerufen haben. Wir haben schon viel erreicht:
- Spezielle Gewaltschutzschulungen über die Akademie Burgenland.
- Notrufnummern auf Apothekentaschen und Kassenbons, damit Hilfe diskret erreichbar ist.
- Kampagnen gegen K.O.-Tropfen und der Ausbau der mobilen Jugendarbeit.
Was ist „StoP“ eigentlich?
Das Projekt stammt ursprünglich aus Hamburg und setzt auf die Kraft der Gemeinschaft. Durch Frauentische, Männertische und nachbarschaftliche Netzwerke schaffen wir eine Umgebung, in der Gewalt keinen Nährboden findet. Was 2019 als Pilotprojekt in Wien startete, ist heute ein Erfolgskonzept an 46 Standorten in ganz Österreich – und wir im Burgenland sind von Anfang an mit vollem Einsatz dabei.
Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass jede und jeder im Burgenland ein gewaltfreies Leben führen kann.