Heimatliebe und Zukunftsperspektiven: So tickt die Jugend im Burgenland

Die Jugend im Burgenland schätzt ihre Heimat und fühlt sich hier tief verwurzelt. Das ist eine der zentralen Botschaften des neuen Jugendreports Burgenland 2026, den das Landesjugendreferat gemeinsam mit der Hochschule Burgenland erarbeitet hat. Für mich zeichnet diese Studie ein detailliertes Bild der Lebensrealitäten, Wünsche und Sorgen unserer jungen Generation. Sie liefert mir eine fundierte Basis, um auch in Zukunft die richtigen jugendpolitischen Entscheidungen für unser Land zu treffen.

Jugendarbeit ist das Fundament unserer Zukunft

Der demografische Wandel zeigt uns deutlich, dass die Menschen in Österreich immer älter werden. Mit einem Durchschnittsalter von 46 Jahren ist dieser Wert im Burgenland österreichweit am höchsten. Umso wichtiger ist es mir, den jungen Menschen hier bei uns erstklassige Perspektiven zu bieten.

Ich bin fest davon überzeugt: Unsere jungen Burgenländerinnen und Burgenländer sind diejenigen, die unser Land in der nahen Zukunft gestalten werden. Eine starke und bedarfsgerechte Jugendarbeit sehe ich daher nicht nur als soziale Leistung, sondern als eine entscheidende Investition in die gesamte gesellschaftliche Entwicklung des Burgenlandes.

Die Ergebnisse des Berichts machen klar, dass wir aktiv Räume schaffen müssen, in denen sich junge Menschen entfalten können. Dabei geht es mir um Räume im doppelten Sinn: physische Orte für Treffen und Austausch, aber auch Betätigungsfelder, in denen sich die Jugend aktiv einbringen und mitgestalten kann. Nur gemeinsam machen wir das Burgenland zukunftsfit.

Halt und Orientierung in einer komplexen Welt

In einer immer komplexeren Welt bietet die Jugendarbeit den nötigen Halt. Wenn wir die Jugend heute unterstützen – sei es durch gezielte Freizeitangebote, echte Mitsprachemöglichkeiten oder die Förderung der mentalen Gesundheit –, dann legen wir den Grundstein für ein stabiles und lebenswertes Burgenland von morgen.

Hohe Lebensqualität und starke Heimatverbundenheit

Ein Ergebnis der Studie freut mich ganz besonders: Unsere Jugendlichen schätzen ihre Heimat sehr. Das Burgenland wird als lebenswerter, naturnaher und sozial vertrauter Raum wahrgenommen. Diese emotionale Bindung ist enorm wertvoll. Rund 82,8 % der befragten Jugendlichen geben an, mit ihrem Leben insgesamt (sehr) zufrieden zu sein. Unsere ländliche Wohnqualität ist hier ein klarer Standortvorteil, den wir weiter pflegen müssen.

Handlungsfelder: Mobilität und „Dritte Orte“

Trotz der hohen Zufriedenheit zeigt der Report auch auf, wo wir noch besser werden müssen. Ich nehme diese Herausforderungen sehr ernst:

  • Mobilität: Der öffentliche Personennahverkehr bleibt ein Kernthema für junge Menschen.
  • Wunsch nach „dritten Orten“: Es besteht Bedarf an jugendgerechten, konsumfreien Treffpunkten – Orte mit WLAN und Sofas, die soziale Interaktion ermöglichen.
  • Zukunft und Beruf: Zwar blicken 62,3 % positiv nach vorne, doch regionale Arbeitsmarktperspektiven und globale Krisen bereiten manchen Sorgen.

Hier haben wir bereits den richtigen Weg eingeschlagen. Mit dem BAST (Burgenländisches Anruf-Sammeltaxi) bieten wir eine wertvolle Ergänzung zum Linienverkehr, damit Jugendliche flexibler mobil sind. In Kooperation mit den Gemeinden forcieren wir zudem den Ausbau der Jugendzentren. Ein tolles Beispiel ist das neu eröffnete Jugendzentrum in Neufeld, das bereits enormen Zulauf erfährt.

Zusätzlich ist unsere mobile Jugendinfo ein Service, der sehr gut angenommen wird. Damit junge Menschen ihre berufliche Zukunft im Land planen können, informieren wir umfassend – unter anderem mit unserer Bildungs- und Berufsinformationsmesse.

Perspektiven schaffen – Abwanderung verhindern

Ob junge Menschen im Burgenland bleiben, ist oft ein Abwägungsprozess zwischen Heimatliebe und beruflichen Chancen. Die Ergebnisse dieser Studie sind für mich wichtige Anhaltspunkte, um die Lebens- und Arbeitswelt im Burgenland so attraktiv zu gestalten, dass Abwanderung kein Thema sein muss.

Abschließend möchte ich mich bei allen bedanken, die sich täglich in die Jugendarbeit einbringen – besonders bei den Verantwortlichen in den Gemeinden. Dass unsere Jugend so heimatverbunden ist, liegt offensichtlich auch daran, dass wir eine hohe Lebensqualität bieten und der Mensch im Mittelpunkt unserer Politik steht.