Bildung als Schlüssel zur Freiheit: Rosa-Jochmann-Preis für Claudia Kreiner-Ebinger
Bildung ist weit mehr als nur das Erlernen von Fakten. Sie ist der Grundstein für ein selbstbestimmtes Leben. Es ist mir eine große Freude, heute Frauen vor den Vorhang zu holen, die unsere burgenländische Bildungslandschaft durch ihr unermüdliches Engagement prägen und zahlreichen Menschen im Land eine echte Perspektive geben.
Heuer haben wir den Rosa-Jochmann-Preis zum 15. Mal vergeben. Wenn dieser Preis im Bereich Bildung verliehen wird, schließt sich für mich ein Kreis zu seiner Namensgeberin. Rosa Jochmann wollte selbst Lehrerin werden, bevor ihr Weg sie in die Fabrik und den Widerstand führte. Zeit ihres Lebens setzte sie sich für Aufklärung und Empowerment ein – Werte, die auch die diesjährigen Preisträgerinnen verkörpern.

Info: Weiter unten findest du noch eine Fotogalerie mit mehr Bildern.
Eine verdiente Preisträgerin aus Eisenstadt: Claudia Kreiner-Ebinger
Der Hauptpreis geht in diesem Jahr an eine Frau, die seit vier Jahrzehnten Pionierarbeit leistet. Claudia Kreiner-Ebinger aus Eisenstadt hat sowohl in der AK Burgenland als auch in der Volkshochschule unzählige Bildungsprogramme entwickelt.
Ich bin beeindruckt von ihrem Lebenswerk: Sie baute die Bildungsberatung auf, etablierte den „Zweiten Bildungsweg“ und schuf mit dem „AK-Bildungsnavi“ eine unverzichtbare Orientierungshilfe für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Mir ist besonders wichtig hervorzuheben, dass sie Bildung immer sozial, inklusiv und aus einer feministischen Perspektive denkt.
Ob bei den Lern- und Feriencamps für Kinder oder in der Ausbildung von Tagesmüttern – Claudia Kreiner-Ebinger hört zu und erkennt Potenziale. Dieser Preis würdigt ihre tiefe Überzeugung, dass Bildung Leben verändern kann.
Auszeichnungen für Zeynep Ertugrul und Beate Venus
Wie bereits im Vorjahr haben wir auch heuer einen zweiten und dritten Preis vergeben, um die Breite des Engagements im Burgenland sichtbar zu machen.
Platz 2: Perspektiven für die Jugend
Der zweite Platz geht an Zeynep Ertugrul aus Neusiedl am See. Als Jugendcoach begleitet sie junge Menschen beim Einstieg ins Berufsleben. Ihr eigener Weg ist dabei höchst inspirierend: Früher begleitete sie ihre Mutter zu Reinigungsarbeiten ins Technologiezentrum Neusiedl – heute arbeitet sie dort selbst als Trainerin. Ihr Weg steht sinnbildlich für die Chancen, die Bildung eröffnen kann.
Platz 3: Innovation in der MINT-Bildung
Den dritten Platz belegt Beate Venus, Fachbereichsleiterin beim BFI Burgenland. Sie setzt sich leidenschaftlich für Frauen in Handwerk und Technik (FIT) ein. Besonders stolz bin ich auf Projekte wie die mobilen Lernbusse (MOBITA), durch die bereits über 7.000 Schülerinnen und Schüler ihre Talente entdecken konnten. Sie denkt Bildung vernetzt und zukunftsorientiert für unsere Regionen.
Warum wir starke Vorbilder brauchen
Besonders im ländlichen Raum brauchen wir Frauen, die Barrieren abbauen und aus veralteten Rollenbildern ausbrechen. Sei es durch Technik-Begeisterung (MINT) oder den zweiten Bildungsweg – wer lernt, kann sein Leben selbst gestalten. Die diesjährigen Preisträgerinnen ermöglichen genau das. Sie verändern das Burgenland zum Besseren.





