Projekt Trampolin: Wir stärken Kinder aus suchtbelasteten Familien im Burgenland

Wenn in einer Familie eine Suchterkrankung auftritt, leiden oft die Kleinsten am meisten – und das meistens ganz still. Kinder übernehmen in solchen Situationen viel zu früh Verantwortung, machen sich große Sorgen und stellen ihre eigenen Bedürfnisse hintenan. Mir ist es ein Herzensanliegen, diese Kinder nicht allein zu lassen.

Wenn Eltern an einer Suchterkrankung leiden, ist das für die Kinder eine enorme Belastung. Oft können sie mit niemandem darüber sprechen. Mit dem neuen Projekt „Trampolin“ der Fachstelle Suchtprävention (Soziale Dienste Burgenland) schaffen wir bei uns im Burgenland einen geschützten Raum. Hier erfahren Kinder die Unterstützung und das Verständnis, das sie so dringend brauchen. Mein Ziel ist es, diesen jungen Menschen frühzeitig Halt zu geben und ihre Resilienz zu fördern, damit sie trotz schwieriger Umstände eine positive Entwicklung nehmen können.

Ein sicherer Ort zum Kind-Sein

Das Projekt „Trampolin“ richtet sich gezielt an 8- bis 12-Jährige. Es ist ein Gruppenprogramm, das einen sicheren Ort bietet – zum Reden, zum Spielen und vor allem zum Durchatmen. Johannes Zsifkovits, Geschäftsführer der SDB, bringt es auf den Punkt: „Kinder aus suchtbelasteten Familien brauchen besondere Aufmerksamkeit. Mit ‚Trampolin‘ schaffen wir einen geschützten Raum, der stärkt, entlastet und Perspektiven eröffnet.“

Was die Kinder im Programm erleben

In insgesamt neun wöchentlichen Gruppentreffen lernen die Kinder spielerisch und altersgerecht:

  • Dass sie mit ihren Sorgen nicht alleine sind.
  • Was eine Suchterkrankung eigentlich bedeutet.
  • Dass sie absolut keine Schuld an der Situation zu Hause tragen.
  • Wie sie besser mit belastenden Momenten umgehen können.

Wir stärken so gezielt das Selbstbewusstsein und die sozialen Kompetenzen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Damit das Angebot nachhaltig wirkt, gibt es zudem zwei Elternmodule vor und nach dem Programm.

Unterstützung ist ein Zeichen von Stärke

Projektleiterin Verena Fischbach betont, wie wichtig die frühzeitige Hilfe ist: „Ich freue mich sehr, dass es mit ‚Trampolin‘ ein gezieltes Unterstützungsangebot für Kinder aus suchtbelasteten Familien gibt. Wir wissen, dass diese Kinder ein erhöhtes Risiko haben, später selbst psychische Probleme oder eine Abhängigkeit zu entwickeln. Umso wichtiger ist es, sie frühzeitig zu stärken. Gleichzeitig wissen wir: Auch Eltern mit einer Suchterkrankung möchten verantwortungsvoll und liebevoll für ihre Kinder da sein. Unterstützung anzunehmen ist kein Zeichen von Schwäche – sondern von Stärke und Verantwortungsbewusstsein.“

Kostenlose Hilfe im gesamten Burgenland

Das Land Burgenland finanziert dieses Projekt, weshalb die Teilnahme für alle Familien kostenlos ist. Erfahrene Fachkräfte begleiten die Gruppen und achten dabei strikt auf Vertraulichkeit und Respekt.

Zusätzlich zum Projekt „Trampolin“ bieten die Sozialen Dienste Burgenland (SDB) ein breites Netz an Hilfestellungen an:

  • Psychosozialer Dienst: Beratung und Behandlung für Erwachsene und Angehörige in allen Bezirksvororten.
  • Kinder- und Jugendpsychiatrie: Spezialisierte Ambulanz für Jugendliche mit Suchtproblemen.
  • Fachstelle Suchtprävention: Beratung und Workshops für Bezugspersonen, Schulen und Jugendliche.

Kontakt und Anmeldung

Haben Sie Fragen oder möchten Sie ein Kind für das Programm „Trampolin“ anmelden? Meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Sozialen Dienste Burgenland sind für Sie da:

Vanessa Trabi, Bakk.phil.

Jakob Fekete, BA

Gemeinsam geben wir den Kindern im Burgenland den Halt, den sie für eine gute Zukunft brauchen.