FILTER OFF. LEBEN ON.
Unsere neue Medien-Kampagne im Burgenland gegen Sucht und Abhängigkeit
Die Entwicklung von Jugendlichen in Bezug auf Sucht und Abhängigkeit ist besorgniserregend. Wir sehen leider, dass Suchtprobleme bei jungen Menschen zunehmen. Mir als Jugendlandesrätin ist es daher ein zutiefst persönliches Anliegen, hier gegenzusteuern. Gemeinsam mit dem Landesjugendreferat des Burgenlandes (LJR) setzen wir mit einer medienwirksamen Initiative ein starkes Zeichen.
Für mich ist es absolut notwendig, Jugendliche rechtzeitig zu erreichen – und zwar bevor es zu körperlichen und geistigen Reaktionen kommt und eine klinische Behandlung notwendig wird. Aus diesem Grund vertiefen wir im Landesjugendreferat Burgenland gemeinsam mit der Sucht- und Drogenkoordination des Landes Burgenland nun intensiv die Primärprävention.

Junge Menschen direkt in ihrer Lebenswelt abholen
Die Lebenswelten von Jugendlichen haben sich in den letzten Jahren rasant verändert. Der Druck im Alltag, sei es im echten Leben oder in den sozialen Medien, ist spürbar gestiegen. Wir erfahren aus unseren Beratungsstellen und Kliniken, dass junge Menschen in schwierigen Phasen immer häufiger zu Suchtmitteln oder digitalen Angeboten greifen, um mit Stress, Ängsten oder Belastungen umzugehen.
Als Land Burgenland schauen wir hier nicht weg, sondern verändern die Art und Weise, wie wir Prävention betreiben. Mit unserer neuen Kampagne gehen wir ganz neue Wege in der Aufklärung. Wir holen die Jugendlichen direkt dort ab, wo sie sich täglich aufhalten: in den sozialen Medien, in den Schulen und in Jugendzentren oder Jugendtreffs.
Du bist echt genug: Prävention auf Augenhöhe im Burgenland
Am 1. Juni 2026 startet die groß angelegte Kampagne „FILTER OFF. LEBEN ON. Du bist echt genug.“. Unser klares Ziel ist es, die Bevölkerung und insbesondere Jugendliche für das Thema Abhängigkeit zu sensibilisieren. Wir wollen sie zu mehr Eigenverantwortung im Umgang mit psychoaktiven Substanzen sowie digitalen Medien befähigen.
Für mich war es von Anfang an besonders wichtig, dieses sensible Thema nicht mit erhobenem Zeigefinger und Moralpredigten aufzuarbeiten. Wir müssen auf Augenhöhe diskutieren. Das Besondere an dieser Kampagne ist, dass sie nicht über die Köpfe der Zielgruppe hinweg entwickelt wurde. Jugendliche wurden in Fokusgruppen und engen Feedbackschleifen aktiv in die Konzeptionierung und Textarbeit eingebunden. Über diese Entstehung der Kampagne freue ich mich sehr.
Die Bausteine unserer Präventions-Kampagne
Unsere Kampagne im Burgenland ist breit aufgestellt und besteht aus mehreren Elementen:
- Kurzvideo-Offensive: Wir fokussieren uns auf jugendrelevante Social-Media-Kanäle mit kurzen, prägnanten Clips.
- Imagevideos: Diese bieten visuelle Unterstützung bei der Umsetzung von Präventivmaßnahmen zu den Themen Alkohol, Nikotin (Vapes), Spiel- und Handysucht.
- Expertinnen- & Jugend-Videos: Hier kommen sowohl Fachleute aus der Jugendarbeit, der Schulpsychologie und den Sozialen Diensten Burgenland zu Wort als auch Jugendliche selbst, die als Expertinnen und Experten aus ihrer eigenen Lebenswelt berichten. Dabei werden natürlich auch sämtliche Anlaufstellen vorgestellt.
- Analoge Begleitung: Flankiert wird die Online-Kampagne durch Plakate im schulischen und außerschulischen Bereich.
- Landingpage: Eine eigene Seite auf der Website des Landesjugendreferats (LJR) dient als zentrale Infodrehscheibe.
Ein starkes Auffangnetz für die burgenländische Jugend
Hinter dem riskanten Konsum oder Suchtverhalten steckt oft ein Schrei nach Hilfe: Viele Jugendliche nutzen Substanzen als vermeintliche Selbstmedikation, als Reaktion auf psychische Belastungen wie Angststörungen oder Depressionen. Neben illegalen Drogen rückt auch ein anderes Suchtverhalten, wie die Internet- und Handysucht, immer weiter in den Fokus.
Das Burgenland verfügt über ein funktionierendes Auffangnetz, das eine Ambulanz der Sozialen Dienste Burgenland (SDB) für Abhängigkeitserkrankungen im Jugendalter umfasst. Jugendliche werden dort suchtmedizinisch, psychologisch und therapeutisch betreut. Parallel dazu erhalten Angehörige Beratung und Coachings.
Ungeachtet dessen wollen wir den jungen Menschen zeigen, dass sie keine künstlichen Filter und keine Substanzen brauchen, um stark und selbstbewusst durchs Leben zu gehen. Gleichzeitig wollen wir das Bewusstsein für die niederschwelligen Beratungsangebote stärken, die wir im Burgenland für Betroffene und ihre Familien bereithalten. Unser Ziel ist es, jungen Menschen Orientierung zu geben und sie für einen verantwortungsvollen Umgang mit sich selbst zu begeistern.

