Tagung zum internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt an Frauen

 “Mach dich STAR*K gegen Gewalt an Frauen”

In der BAfEP Oberwart (Bundesbildungsanstalt für Elementarpädagogik) findet heute, Montag, noch bis 16 Uhr, die Tagung “Mach dich STAR*K gegen Gewalt an Frauen” für alle Schülerinnen und Schüler statt. Auf Initiative der Caritas Burgenland, in Kooperation mit der BAfEP, wird ihm Rahmen des Pilotprojekts STAR*K die Tagung am internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt an Frauen durchgeführt.

“Jede fünfte Frau, also 20 Prozent der Frauen, sind körperlicher und, oder sexueller Gewalt ausgesetzt. Jede dritte Frau musste seit ihrem 15. Lebensjahr eine Form von sexueller Belästigung erfahren. Jede siebente Frau ist ab ihrem 15. Lebensjahr von Stalking betroffen. Man kann nicht früh genug damit beginnen, sich mit der Thematik zu beschäftigten. Wenn wir uns Statistiken über Gewalt an Frauen in Österreich ansehen, dann präsentieren sich darin erschreckende Zahlen”, erklärte Landesrätin Daniela Winkler bei der Tagung in Oberwart.

Am Vormittag werden drei Referate über folgende Themen abgehalten: “Und dann hab´ich einfach zugeschlagen” – oder: Wie Kränkungen zu Gewalt führen, “Seine Schläge machen mich krank!” – Häusliche Gewalt und ihre gesundheitlichen Folgen sowie “Ich hab ein Recht auf ein Leben ohne Gewalt!” – Unterstützung im Burgenland. Danach wurde die Karte “Nein zu Gewalt – Hilfe bei Gewalt gegen Frauen und Mädchen” vorgestellt. Am Nachmittag folgt die Vorstellung der Broschüre “Gewalt an Kindern erkennen und handeln”, danach die Präsentation der Fragebogenerhebung der 4c, weiters werden acht Klassenprojektergebnisse vorgestellt.

Gewalt geht alle an, denn Gewalt gibt es überall. Das Projekt hat junge Erwachsene als Zielgruppe. Der Projektslogan “Mach dich STAR*K” steht einerseits für Ermächtigung im Sinne von “starke Frauen im Kampf gegen Gewalt”, andererseits auch für eine Neubesetzung des Begriffs “stark”: Stärke nicht durch Gewalt beweisen, sondern gegen Gewalt an Frauen und Mädchen auftreten.

Etwa jede fünfte Frau in Österreich ist ab ihrem 15. Lebensjahr von körperlicher und/oder sexueller Gewalt betroffen. Die Zahl der weiblichen Mordopfer steigt seit 2014 kontinuierlich an, wobei Österreich im Europavergleich traurigerweise an erster Stelle liegt. Der Anteil der männlichen Mordopfer beträgt weniger als die Hälfte. Die Täterinnen und Täter stammen vorwiegend aus dem familiären Umfeld. Dadurch sind auch die Kinder von der Gewaltsituation betroffen. Gewalt gegen Frauen ist ein weltweites Phänomen. da Gewalt oft tabuisiert, angst- und schambesetzt ist, ist das Reden über Gewalt in einem gewaltfreien Umfeld ein wichtiger, oft erster Schritt. Mit der heutigen Tagung wird wertvolle Präventionsarbeit zum Thema “STAR*K gegen Gewalt an Frauen” geleistet.

“Die aktuellen Zahlen sind schreckliche Indizien dafür, dass das Gefahrenpotenzial für Frauen, Opfer eines gewaltsamen Verbrechens zu werden, sehr hoch ist und es auf diesem Gebiet viel zu tun gibt. Darüber hinaus ist zum einen über die Dunkelziffer nichts bekannt. Viele Frauen werden aus Angst keine gewaltsamen Übergriffe anzeigen, und zum anderen ist die psychische Gewalt nicht erfasst”, sagte Landesrätin Daniela Winkler. Sie wies bei ihrer Rede in Oberwart auch darauf hin, dass die Familienberatungsstellen im Burgenland in allen Situation als Ansprechstation zur Verfügung stehen.